Radrouten sind im Prinzip eine empfohlene Sammlung von Wegsegmenten für Radfahrer. Nach dem OSM-Grundsatz „Only map what’s on the ground“ ist deren Eintrag in die OSM-Datenbank nicht so ohne weiteres begründbar. Die empfohlene Route muss ein Abbild in der Realität aufweisen, damit sie in der OSM-Datenbank erfasst werden sollen.
Kennzeichen von OSM-Routen
Eine sehr detaillierte Diskussion ist im OSM Wiki [1] dokumentiert. Die Kernidee:
- durchgehend ausgeschildert
- eindeutig Referenzierbar (Name, Nummer oder Symbol)
- klar definierten Anfang und Ende oder Rundkurs
Abgrenzung zu Radwegen mit Wegweisungen
Ein Radweg mit Wegweisung „Bahnhof 1km“ ist vermutlich keine OSM-Route. Gerade in städtischen Zentren finden sich solche und ähnliche Wegweiser oft an Radwegen. Typisch ist auch die Richtung zu Zentren, zur Peripherie versanden sie. Beim Bahnhof-Wegweiser wäre die nächste Frage: „gibt es auch eine punktgenaue Wegweisung vom Bahnhof hierher zurück?“
Die durchgehende Zielführung einer OSM-Route ist etwas ganz anderes, als die – ev. sogar dichte – Wegweisung zur Orientierung.
Ist es eine OSM-Route?
Die Realität ist nicht ideal, Fehler sind normal, Abweichungen sind normal. Viele OSM-Routen in der Datenbank entsprechen nur annähernd dem Idealbild. Welche Abweichungen können im welchen Ausmaß noch toleriert werden?
Genau hier setzt die Idee einer Routen-Scorecard an. Die Kennzahlen quantifizieren die Ähnlichkeit mit einer OSM-Route und sind damit der erste und wichtigste Schritt. Der nachfolgende Schritt definiert Entscheidungsbereiche.
OSM Cycle Routes Scorecard
Die Schlüsselindikatoren sind kondensierte Stellvertreter für die Merkmale von OSM-Routen. Der Erfüllungsgrad beziffert das Ausmaß der Übereinstimmung mit der OSM-Routen-Anforderung. Der Wert wird in % angegeben, wobei 100% vollständige Erfüllung bedeutet.