Beim Mappen von Hausnummern passiert es mir bei jeder längeren (d.h. min. 1 1/2 Stunden draußen), dass ich von einem Anwohner angesprochen werde. Neuerdings habe ich einen Weg gefunden, der zwar die Bekanntheit von OSM nicht vergrößert, aber zu einer möglichst kurzen Gesprächsdauer und weniger Verdacht führt – die Navi-Methode.
Anwohner: Guten Tag, was machen Sie denn da?
Nakaner: Ich erfasse für einen Anbieter von Navikarten, welches Haus welche Hausnummer hat.
Anwohner: Ah, danke.
Selten wird nachgefragt, für welchen Anbieter. Eher kommt noch die Frage, warum ich das am Sonntagnachmittag mache.
Heute habe ich Fotomapping gemacht, dabei aber nicht gezielt Hausfassaden, sondern die (öffentliche) Straße selbst fotografiert (ich stand auf dem Bürgersteig). Mittendrin kommt mir ein Herr entgegen, der mir seinen Regenschirm entgegenstreckt und entrüstet meint:
Er: Wissen Sie eigentlich, dass man zum privat Fotografieren eine Erlaubnis braucht?!
Nakaner: Ihre Rechtsaufassung ist leider falsch.
Er geht ein paar Schritte weiter, schaut auf die Rückseite meiner Warnweste und meint dann: “Für welches Vermessungsbüro sind Sie denn tätig?”
Nakaner: Für gar keins. Vermessung ist in Deutschland übrigens kein geschützter Begriff.
Weiter habe ich mich nicht auf ihn eingelassen, sondern bin weitergegangen. Es hätte auf keinen grünen Zweig geführt.
Ob das mit dem geschützten Begriff wirklich ganz richtig ist, weiß ich nicht. Aber ich darf mich sogar Vermessungsingenieur nennen. ;-)
Obige Szene hat sich übrigens nicht in einem Wohngebiet mit Einfamilienhäusern, sondern einem Mischgebiet in der Nähe eines Bahnhofs ereignet.

